
so eben kam mir zu ohren das der sogenannte base club (ex prince club) seine pforten wegen angeblichen “umbauarbeiten und erneuerung des musikkonzepts” bis ca. mitte januar schliesst. alle events wurden abgesagt. einiges hat auf einen solchen ausgang der geschichte hingewiesen, doch jetzt ist es amtlich.
die angekĂĽndigte vielfalt war nie vorhanden. es gab ca. drei veranstaltungen pro woche, immer andere namen, aber meistens die selben djs. resultat: an vielen parties tauchte nur eine hand voll menschen auf. auch am samstag, als der event ĂĽbers radio ĂĽbertragen wurde, waren neben dem barpersonal, den djs und ihren kollegen nur die veranstalter anwesend. ein bedrĂĽckendes bild.
in anbetracht dieser tatsachen, fällt es leicht anzunehmen, dass herr thulcke schwer mit dem gedanken ringt, das handtuch zu werfen. vielleicht braucht er die “umbauzeit” um darĂĽber nachzudenken. fĂĽr progressiv house scheint der markt in basel definitiv zu klein zu sein.
was lernen wir aus dem ganzen? nun, ich denke man kann nicht so schnell einen club aus dem boden stampfen und ein image erzwingen. es braucht viel zeit und zuwendung um in einem club eine kultur zu erschaffen und zu pflegen. (siehe auch kaserne)
the saga continues. ich will den CHUCK NORRIS CLUB!
ich muss hier einfach VICE zitieren: “Es gibt zwei Sorten von groĂźen BrĂĽdern die nerdig sind und auf Metal stehen. Die einen mutieren zu passiv-aggressiven AuĂźenseitern, die ihre MĂĽtter hassen. Die anderen bringen ihren kleinen Geschwistern alles Wissenswerte ĂĽber Sepultura bei, grĂĽnden eine Rockband und laden ihre Schlafzimmer-Gigs auf YouTube hoch.” Die Rockband heisst “LOS GAUCHOS” – Emilio, 14 (Gitarre und Gesang), Martin, 10 (Bass), Agustin, 11 (Schlagzeug) und Carla, 4 (Backround Vocals).
und das haben sie drauf:
sepultura – refuse resist
iron maiden 1
iron maiden 2

…kommt noch der 2006-rundumschlag von mir. und weil ich an der toolate-front ein bisschen faul war ist er eben etwas ausfĂĽhrlicher. wer nicht viel lesen mag, solls halt sein lassen, har har.
das jahr 2006 hat mir bewiesen, dass eine bestimmte institution doch noch existiert; eine, die ich längst dem grabe des unweigerlich alles auffressenden vergangen-und-vergessen-nebels zugeschrieben hatte, das artist-album.
die grosse mehrheit von bands und solo-kĂĽnstlern veröffentlicht zwar nach wie vor alben, die getrost unter “less killer, more filler” archiviert werden können, aber die ausnahmen dieser regel haben mir das leben version .06 beträchtlich versĂĽsst. und so möchte ich hier mit wonne eine lanze fĂĽr das artist-album (“LP”‘s haben unsere eltern noch dazu gesagt) brechen. ein artist-album präsentiert der welt eine neue soundwelt, eine neue sichtweise oder idee, ein kompaktes, ĂĽberzeugendes und in sich geschlossenes klangpaket. ob sich das nun auf den lyrischen inhalt, die musikalische umsetzung oder im besten fall beides bezieht, spielt eigentlich keine rolle, solange es bei irgendjemandem irgendwie funktioniert. und da sich diese erkenntnis wie ein roter faden durch meine “hach-ich-liebe-musik”-momente des vergehenden jahres zieht, gibts hier meine top fĂĽnf alben des jahres 2006, inklusive anekdotischem halbwissen und den grĂĽnden fĂĽr meine wahl:
gnarls barkley – st. elsewhere
die “crazy”-overdose war unumgänglich, schliesslich hats die pop-industrie heutzutage echt nicht leicht. wenn dann endlich wieder so ein all-conquering konsens-hit aus dem nichts auftaucht, der auch noch die frechheit hat, cooler zu sein als allah es erlaubt, dann wird das eben bis zum letzten tropfen ausgekostet. auf “st.elsewhere” verbirgt sich aber viel mehr: brutal zusammengeschlachtetes diebesgut aus 60 jahren musikgeschichte, eimerweise soul und nicht zuletzt ein grundton subversiver rebellion gegen etablierte strukturen der popkultur. dass ein bisschen stehvermögen verlangt wird, um dieses werk ganz zu geniessen, ist quasi das tĂĽpfelchen auf dem i der authentizität. anywho, danger mouse und cee-lo green haben die hoffnung in gute musik die trotzdem allen gefällt am leben erhalten und dabei den blueprint fĂĽr die popmusik der nächsten jahre geschaffen. ihr seid geil, jungs.
yeah yeah yeahs – show your bones
ich hatte zwar diesen scheiss-bandnamen schon gelesen, wusste aber nicht mit was ich ihn verbinden sollte, ausser vielleicht prophylaktischem ekel vor einer weiteren new yorker kreisch-band. ende 05 erschien die vorab-single “gold lion” und die klang so unbekĂĽmmert und klassisch gut, dass sämtliche zukĂĽnftigen verwechslungen mit den schrecklichen “clap your hands say yeah!“-jammerlappen ein ende haben sollten. habe “show your bones” dann anfangs 2006 ohne gross anzuhören auf den ipod geladen und wieder vergessen. an irgendeinem frĂĽhlingsabend radelte ich gedankenverloren durch die stadt, wollte vom schĂĽtzenmattpark an den kannenfeldplatz und liess “show your bones” los. schlussendlich bin ich ohne grund nach allschwil gefahren, von dort nach kleinhĂĽnigen und von dort am rhein entlang und durch die innerstadt zurĂĽck dann endlich an mein ziel gelangt. ich wollte halt einfach alles hören. zehn meter vor meiner haustĂĽre erklangen die schlussakkorde von “turn into” und ich war seit langem wieder so richtig fan einer band gweorden. die songs sind mal langsam, mal schnell, immer irgendwie episch, mit langen, sanften aufbauphasen, endlosen, krachenden entladungen, genialen riffs und soli und einem irgendwie zerbrochen wirkenden aber trotzdem immer treibenden groove. sängerin karen o kann eigentlich nicht singen und hat das pendant einer kaputten blechtrompete als stimme, die sich zuweilen schmerzhaft schrill ĂĽberschlägt, nur um im nächsten moment wieder kaputt in sich zusammenzufallen. erinnert vielleicht ein bisschen an eine rock’n'roll-version von portisheads beth gibbons. seither entdecke ich alle paar monate ein neues lieblingslied.. “show your bones” ist das schwierige zweite album und war laut band streckenweise eine ĂĽble zangengeburt. trotz durchwegs sehr guter kritiken hat es bis jetzt nicht jene anerkennung erhalten die ich erwarten wĂĽrde. wer jetzt denkt, dass ich mich vom UK-schundblatt NME habe inspirieren lassen, die “show your bones” nach anfänglicher ignoranz jetzt plötzlich zur Nr. 2 des jahres erwählt haben, kann sich von raketenthom bestätigen lassen, dass ich ihm schon seit einem halben jahr die ohren vollkrähe. ich trag sogar merchandising, verdammt.
various production – the world is gone
2006 haben sich zwei stilarten etabliert, die in den letzten jahren die kĂĽnstler in ihren jeweiligen wirkungsbereichen mit viel frischem wind und neuen impulsen vorantrieben:
- die hippie-folker nord-amerikas haben die elektronik entdeckt, verzaubern mit sounds zwischen sanften gitarrenklängen und trippigem gebrumme oder gefiepse und lassen ihre musik von den einschlägigen medien ungestraft neo-folk nennen. die, man ist schon fast versucht es “bewegung” zu nennen, um devendra banhart, coco rosie, joanna newsom, bonnie prince billy und viele andere hat sich in den köpfen und märkten festgesetzt und ĂĽberzeugt nach wie vor.
-auf der anderen seite des atlantiks erhob sich aus dem wirrwarr der post- speed-/uk-garage-ära ein düsteres monster wie es nur in london herangezüchtet werden kann. dubstep ist laut, definiert sich, wie es sich für ordentlichen london underground gehört, hauptsächlich über seinen bass, und verbindet fast alle subkulturellen musikalischen innovationen welche die britische hauptstadt in den letzten 20 jahren durchlebt hat.
klar gibt es auch in nordamerika eine lebhafte elektronika-szene und klar gibt es in england hippies die mit laptops folk machen. various production aber nehmen von beiden seiten genau jene stimmungen und elemente, welche die jeweilige szene ausmachen. ihr debut-album “the world is gone” schliesst eine reihe von limitierten singles ab, bei denen zusammenpasst, was nicht passen sollte: ĂĽber-melancholische folkballaden und industrieller clubwahnsinn. ich habe schon im september davon geschwärmt und tu’s jetzt nochmal, nicht zuletzt mit dem utopisch-kindlichen hintergedanken, dass bei genĂĽgender nachfrage doch jnoch jemand auf die idee kommt, das album auch in der schweiz zu veröffentlichen. womit wir beim nächsten stylebeweis von various sind: während es heute zum guten ton gehört, die kleidungslinie eines kĂĽnstlers mehr zu vermarkten als seine musik, da diese ja eh irgendwann nur noch als ringtone relevant sein wird, versehen various production ihre werke mitaufwändigem verstörend-betörendem artwork, fĂĽhren interviews nur ĂĽbers telefon und geben selbst den intellektuellen ravern von de:bug nur belanglose pisstake-infos die e
h schon alle haben.
und als dreingabe zu so viel style ist die musik einfach fucking massiv geil, also leckt mich doch alle.
arctic monkeys – whatever you say i am, thats what i’m not
ist natĂĽrlich auch in der oben genannten NME-liste aufgetaucht, notabene auf platz 1. es gibt wohl kein album, dass den englischen musikmarkt in den letzten jahren so nachhaltig beeinflusst hat. ihre ersten beiden singles “i bet you look good on the dancefloor” und “when the sun goes down” sprangen ohne grosse werbung direkt auf platz eins, ihr album ebenso. und alles dank myspace, ein paar verteilten demo-cd’s und vielen, vielen, guten konzerten im jahr 2005. die major-musikindustrie kratzte sich am kopf und verfluchte wiedermal das internet, das eine so einträgliche und die generation prägende band in die hände des indie-labels domino (franz ferdinand, four tet) gespĂĽlt hatte.
inzwischen hat der ur-bassist die band verlassen weil ihm alles zu bunt wurde, es erschien eine geniale EP namens “Who The Fuck Are Arctic Monkeys?” und mit ihrer restriktiven release-politik haben die jungs (alle knapp 20) ĂĽber- und weitsicht bewiesen. der backlash hielt sich nicht zuletzt dank ihrer zurĂĽckhaltung in grenzen und die majors liessen es sich eine lehre sein und holten ihren myspace-generierten erfolg mit lilly allens “alright, still” nach. was bleibt? verdammt gute songs irgendwo zwischen the clash, den specials und ein bisschen gang of four, gepaart mit den herausragenden lyrics von alex turner, der den vergleich mit pete doherty oder mike skinner (the streets) allemal verdient hat.
the knife – silent shout
the knife wurden von der allgemein-presse hochgejubelt wie nichts gutes. sie mussten vergleiche mit abba (ja klar, the knife sind ja auch aus schweden. so wie roxette und ace of base auch) durchstehen, als paradebeispiel fĂĽr elektroclash und 80er euphorie (das war 2001. nur weil karin eine trainerjacke anhat ist sie kein 80er fashion-häschen) herhalten und ihre do-it-yourself ethik verteidigen. hinzu kamen zwei popularitätsschĂĽbe ende 2005: karins gastspiel auf dem grandiosen “what else is there” von röyksopp und dieser “100’000 gummibälle in san francisco” werbe-spot von sony, fĂĽr den der kanadische folk-barde gonzalez ihren song “heartbeats” coverte und the knife plötzlich bei sämtlichen cafedelmar/kruder&dorfmeister/buddhabar/ gotanproject-hörer-und-lattemacchiatotrinkern bekannt machte. dabei machen das geschwisterpaar Karin Dreijer Andersson und Olof Dreijer vorallem eins: saugeile mucke fĂĽr alle. die songs sind von der penetranten stimme und dem ganz leichten akzent von karin dreijer geprägt, funtionieren bestens im elektro/minimal-kontext der aktuellen clubmusik, lassen sich aber dank ihrem charaktristisch dĂĽsteren pop-appeal auch genauso gut zuhause hören. trotz all dem sind the knife bei uns irgendwie untergegangen. fĂĽr die club-fraktion war der weltwoche-artikel (siehe abba-vergleiche) wohl zuviel des guten und dem geneigten easy-listening latte-trinker war die akustische kokain/mdma-dosis die silent shout einem durch die synapsen jagt dann eventuell etwas zu hoch. alle selber schuld. the knife haben 2006 meine clubnächte, radfahrten und stadtwanderungen mitgeprägt. und pitchforkmedia hat silent shout ĂĽbrigens zum album des jahres gewählt. bläh.
und sonst?
es gab zwar sehr viele gute alben, aber zT war ihr konzept trotz aller qualität schon zu bekannt um wirklich aufregend zu sein (muse “black holes and revelations”, red hot chilli peppers “stadium arcadium”, the streets “the hardest way to make an easy living”, johnny cash “a hundred highways”) oder das mindere fĂĽllmaterial liess den guten rest ersticken (fast jedes hiphop-album). eine ausnahme bilden die zwei, im abstand von nur acht monaten veröffentlichten alben von ghostface killah “fishscale” und “more fish”. tonnenweise street-dirt, soul und dieser endgeile flow zwischen hussler-hektik und stoned philosophy. hat mich ziemlich umgehauen und ich hörs immer noch gerne.
sowieso hip hop. auf trifelife gabs diesen link zu einem interessanten artikel ĂĽber die grassierende album-schwäche im hiphop. einzelne tunes fĂĽhren die playlists und download-charts an, aber sobald das entsprechende album kommt versandet es mirnichts dirnichts in den unteren rängen der verkaufscharts. ich frage mich ob die zeiten einfach vorbei sind als man einem mc ĂĽber 20 tracks zuhören wollte wie er seine haters popped (ach nee). selbst die alben ausserhalb des g-unit mongo-imperiums sind so ĂĽberfĂĽllt mit musik und gast-featurings, dass fĂĽr inhalte kein platz bleibt. am oberen ende des spektrums können zwar leute wie jay-z (“kingdom come”), nas (hiphop is dead”) oder eben ghostface dagegenhalten, aber letztendlich ändert das nichts am status quo eines völlig aufgeblasenen hiphop-kosmos, der gar nicht mehr verstecken will, dass er eine farce seiner selbst ist. um sich vom rest abzugrenzen scheinen kollaborationen mit pop und rockmusikern mittlerweile etabliert zu sein. eminem wurde noch leicht schräg angesehen als er mit dido oder (schluck) elton john kollaborierte. jay-z darf sich von coldplay-blauauge chris martin sogar einen ganzen beat zimmern lassen (das wirklich geile “beach chairs”), kanye croont mit adam levine von maroon5 (“heard’em say”) und ghostface killah annektiert kurzerhand einen ganzen song von UK-soulpunk amy winehouse (“you know i’m no good”).
aber eigentlich ists scheissegal. ich hör mir jetzt nas und jay-z’s versöhnungs-banger “black republicans” an und bounce ein bisschen rum. peace, y’all.
hier nun noch ein paar empfehlungen die es knapp nicht in die top 5 geschafft haben, aber deswegen nicht weniger gut, wichtig oder beeindruckend sind:
tv on the radio – return to cookie mountain
camera obscura – let’s get out of this country
joanna newsom – ys
the killers – sam’s town
slayer – christ illusion
regina spektor – begin to hope
kasabian – empire
the long blondes – someone to drive you home
hot chip – the warning
morrissey – ringleader of tormentors
peter bjorn & john – writers block
marc houle – bay of figs
the raconteurs – broken boy soldier
nathan fake – drowning in a sea of love
burial – burial
joan as police woman – real life
justin timberlake – future love/sexfuck
clipse – hell hath no fury
ok go – oh no
tomte – buchstaben ĂĽber der stadt
booka shade – movements
und zum schluss gibts einen mix den ich im sommer mal gemacht hab, mit einigen meiner lieblingstunes dieses jahres. weil er nicht als 2006-mix gedacht war, sondern einfach nur gute musik zusammenbrachte, hats eben auch alte songs drauf, aber alles im dienste des ganzen.. schöne weihnachten!!
playlist:
yeah yeah yeahs – warrior (2006)
gonzalez – all you deliver
white stripes – in the cold cold night
donovan – get thy bearings
rebecka thörnqvist – the poachers (2006)
yeah yeah yeahs – dudley (2006)
jenny wilson – let my shoes lead me forward (2006)
peter bjorn & john – young folks (2006)
malcolm middleton – solemn thirsty
gnarls barkley – boogie monster (2006)
atmosphere -
that night
five deez – black rushmore (2006)
dabrye feat. doom – air (2006)
coldcut – walk a mile in my shoes (2006)
al green – love and happiness
gnarls barkley – storm coming (2006)
morrissey – life is a pigsty (2006)
everything but the girl – driving (piano version)
the long lost – coyote’s song (when you hear it too) (2006)
yeah yeah yeahs – the sweets (2006)
neil young – the needle and the damage donw
arctic monkeys – despair in the departure lounge (2006)
mary j blige and wyclef jean – 911
team LG – big man (2006)
HIER IHR EUMEL

hi. hier meine dolle auswahl. sortiert nach “am meisten rewind gedrĂĽckt am ende des stĂĽcks” minus den ganzen techno, electro,was auch immer kram. mein pop fĂĽr euch. mega härzig, nicht?
ich muss ehrlich gestehen, dass mich das jahr 2006 musikalisch etwas enttäuscht hat. aber vieleicht hab ich einfach die falsche musik erwischt.
ein lied ist aus dem 2005. finde heraus welches und gewinne ein candle light döner für 2 personen im pizza quick. prost!