MUSS MAL GESAGT WERDEN

während an höherer stelle für ruhe und ordnung gesorgt werden soll, geht das partyleben in dieser stadt z.T. von sich aus mächtig vor die hunde und macht gute PR für mehr schlaf und weniger rave.

in der steinenvorstadt versagt zur zeit die image-korrektur eines berĂĽchtigten etablissements kläglich. traf sich die pubertäre vokuhila-posse im mona lisa bei ramsch-house, raggaeton und r’n'b, tut sie es jetzt im ML24 auch bei elektro und minimal. von der angekĂĽndigten konzeptänderung will jedenfalls niemand der am samstag anwesenden allzuviel festgestellt haben. eher eine weitere ĂĽbung in liebloser „komm-wir-machen-ne-clubnight“-bemĂĽhung, die dem bereits ĂĽberbordenden basler rave-angebot hinzugefĂĽgt wird.
in der gleichen nacht bzw. dem darauffolgenden morgen, versammelte sich das ĂĽbelste vom ĂĽblen volk an einer afterhour und ich kam nicht umhin mich zu fragen, leute, macht euch das wirklich spass?

neun uhr morgens an einem openair, im DC10 oder in der panoramabar eine pille nachzuwerfen und im kollektiven massen-serotonin-taumel blöd in die welt zu grinsen ist das eine.
neun uhr morgens alleine in einem versifften keller rumzuwanken und alle paar minuten „härter!“ zu fordern, mit handy’s um sich zu werfen, peinlich rumzuhĂĽpfen und dabei noch den eindruck zu vermitteln, DIES wäre das mass aller dinge, gehört irgendwie nicht zu den verheissungen, welche die raving society einst zu versprechen wagte.

solche szenen sind aus voyeuristischer perspektive ganz witzig und ich habe mich zu gegebenem zeitpunkt auch köstlich amüsiert (hotze lässt grüssen).
aber zu sehen, dass viele seit einiger zeit den unterschied zwischen elegischer euphorie und verklemmtem gekaue gar nicht mehr kennen, so die musik ihres kĂĽnstlerischen werts berauben und sie zur simplen antriebs-mechanik degradieren, tut halt weh.
eigentlich ist mir das wurscht, es soll jeder tun wie wer will und zuviel hatten wohl alle schon mal. nur ist basel leider so klein, dass man unweigerlich jedes wochende mit einem variierenden prozentsatz an dauerdruffies konfrontiert wird, denen ob ihrem konsum jegliches verhältnis zur eigentlichen schönheit des feierns abhanden kommt. gleichzeitig ist basel gross genug für eine immer grösser werdende feier-szene, welche das feier-volk aus bisher getrennten sub-szenen zu vereinen vermag und so leute zusammenbringt, deren beweggründe für eine feiernacht unterschiedlicher nicht sein könnten. bei dem boom der letzten jahre musste sich die eher „alternative“ mit der eher „kommerziellen“ seite irgendwann vermischen und eigentlich hätten daraus interessante synergie-effekte hervorgehen können.
stattdessen ist der dumpfbacken-anteil überall dort gestiegen wo er bisher aushaltbar oder gar inexistent war und die zugehörigen veranstalter lassen ganze breitseiten peinlichster promo-zickereien ab, damit sich auch die letzte vokuhila nicht etwa an die clubnacht der konkurrenz verirrt.

ich finde wir können nach wie vor sehr stolz auf das sein was sich in basel entwickelt hat und immer noch entwickelt. es gibt europaweit grössere städte die im vergleich miserabel dastehen was das feierangebot, die feierqualität und den daraus resultierenden kreativen output betrifft. genau deshalb ists aber auch wichtig, dass das ganze im rahmen bleibt und ein gewisses mass an ästhetik und anspruch beibehalten wird. ich meine damit nicht hesse-lesungen zu plasticman, sondern nächte, vor- und nachmittage im zeichen der 909-kickdrum, aber so, dass die freude an der musik und am gemeinsamen feiern als oberstes gebot gilt und nicht mediale selbstinszenierung, geldgier oder das verschieben des heimweges auf mittwoch mittag.

wie auch immer, irgendwann musste der wachstumsbedingte backlash kommen. ich glaube er kann nur gut tun, eine reinigende wirkung haben und dazu führen, dass neue energien freigesetzt werden. eine beziehung kostet immer auch energie und so muss der beweis, dass techno nicht nur blöd, sondern auch schlau und schön macht, immer wieder aufs neue erbracht werden. rave on motherfuckers.

41 Kommentare


DUBSTEP DREAMS


viele worte gibts hier nicht zu verlieren. bin grad auf diesen mix gestossen. und lasse mich vom bass überwältigen.

tracklist:

(00:00) Helios – “Velius” (remix) [Unreleased, original Merck]
(02:43) Boxcutter – “Gave Dub” (12″ mix) [Planet Mu]
(06:20) Vaccine – “Anaesthetic” [forthcoming TBA]
(09:46) One – “Kontrafunk” (Scuba remix) [forthcoming Kontramusik]
(14:15) Scuba – “If I Don’t” (dub mix) [Unreleased]
(16:29) Burial – “Gutted” [Hyperdub]
(19:40) Gravious – “Wormsign” [Scuba]
(22:49) Scuba – “Subaqueous” [forthcoming Soul Jazz]
(26:23) Intex Systems – “Titan” (Scuba remix) [forthcoming Dubline]
(30:27) Sileni – “Twitchy Droid Leg” (Vex’d remix) [Offshore]
(34:03) Intex Systems & Ezeekil – “Transfer” (Gravious remix) [forthcoming TBA]
(38:00) Gravious – “Temple Ball” [forthcoming Hotflush]
(40:47) Helios – “Sons of Light and Darkness” [Type]
(43:42) Scuba – “Brown” [forthcoming Scuba]
>>> The Killers – “Read My Mind” [Island]
(47:49) Scuba – “If I Don’t” (rockstep mix) [Unreleased]
>>> Vaccine – “Wishful Thinking” [forthcoming Scuba]
(51:50) Scuba – “Braille Diving” [forthcoming Hotshore]
(56:13) Marlow – “Road Kill” [forthcoming Hotflush]
(59:44) Toasty – “The Knowledge” [Hotflush]
(63:46) Boxcutter – “Bad You Do” (halfstep mix) [Planet Mu]
(68:47) Vaccine – “Wishful Thinking” (VIP) [Unreleased, original forthcoming Scuba]

3 Kommentare


DIE ERLEUCHTUNG

bonnie “prince” billy. was wurde der mann mit vorschusslorbeeren ĂĽberhäuft. der neue johnny cash, grosser erneuerer des country. da war natĂĽrlich eine gesunde portion skepsis angebracht, als ich gestern gegen zehn in der kaserne ankam. erste ĂĽberraschung: das konzert fand in der reithalle statt. zweite ĂĽberraschung: sie war fast voll. ok, ein geheimtipp ist er längst nicht mehr, aber so einen publikumsaufmarsch hätte ich dann doch nicht erwartet.

die vorband war anscheinend schrecklich, kann ich nicht beurteilen, hab sie nicht gehört. aber ich kolportiere jetzt einfach mal das gerĂĽcht, wieso auch nicht. dann um viertel nach zehn: der prinz betrat die bĂĽhne. glatze und rauschebart machten klar: der mann hat style. seinen eigenen. die ersten songs spielte er alleine mit seinem schlagzeuger. und hatte das publikum nach den ersten paar pickings, nach den ersten paar fast schon jämmerlich gesungenen worten in seinen bann geschlagen. die komplette reithalle, ohne grosses brimborium, einfach in seine tasche gesteckt. und er begann zu predigen. ĂĽbers leben. das manchmal traurig und manchmal lustig ist. ich habe noch nie erlebt, dass ein kompletter saal mitten in einem eigentlich tieftraurigen song anfängt zu lachen. will oldham hats geschafft. mit einer bittersĂĽssen geschichte. dargebracht in einer ehrlichkeit, die teilweise fast schon schmerzhaft war. ich gleite hier in pathos ab, aber verdammt nochmal, so ein konzert erlebt man einfach zu selten. es war un-fucking-glaublich. als dann seine background-sängerin (mit der er sein neuestes album “the letting go” aufgenommen hat) dazu stiess, nahm die intensität im vergleich zum anfang zwar etwas ab, blieb
aber immer noch extrem mitreissend. zweieinhalb stunden (oder so) vergingen wie im fluge und am schluss sass ich da und konnte nicht aufhören zu lächeln. dem hinaus strömenden publikum schien es gleich zu gehen. und auch bonnie selbst war gerührt, glaube ich: beim hinausgehen sah ich einen typen, der dem easy herum schlendernden musiker am bühnenrand seine bewunderung ausdrücken wollte. anstatt eines gelangweilten händedrucks erhielt der gratulant eine stürmische umarmung. irgendwie rührend. weil die umarmung aus tiefstem herzen zu kommen schien. und voller dankbarkeit war.

(ausschnitt eines anderen konzerts)

(promo-video fĂĽr “the letting go”)


3 Kommentare


SCHLAFSTADT ZUM 109387490928STEN


basel schläft anders. ein dauerthema seit 1667. hier die aktuelle sendung des salon bâle, in der herr lewin um worte ringt. konnte den link nur mit dem internet explorer öffnen.

ständig dieses gegröle und reifenquitschen vor dem schiff. ich habe es satt! ;)

2 Kommentare


HUNDEMODESCHAU!

exklusiv und ĂĽberhaupt:
die ladeneröffnung von GISÉLE am spalenberg 46 in basel.
morgen, 24. april ab 17h.
*mit hundecatwalk*

8 Kommentare


B****ES AINT SHIT

immer wieder lustig, diese alternative covers von hiphop-songs.

auch sehr schön: diese version hier. singt man bei uns in der schule eigentlich immer noch “s ramseiers wei go grase”?.

4 Kommentare


COTTON EYE JOE

schnäppchen-alarm für alle eurodance-freunde: für läppische 1,5 millionen dollars könnt ihr euch auf ebay die legendären rednex kaufen. inklusive aller song-, tour-, band, web- und sonstigen rechte. wenn das kein angebot ist.

und damit dieser post auch wirklich allen eine freude bereitet: hier könnt ihr euch einen ersten song der neuen queens of the stone age-platte anhören.

3 Kommentare


ZWEI PUNKT YEAH

web 2.0 treibt wilde blĂĽten. beispiele: muslimspace, pornotube, myghetto und mychurch. was gibts sonst noch “interessantes”? ich dachte jemand hat sich schon ficker gesichert um naja… flickr… einfach anders… aber da kommt als erster hit bei google nur ludwig von ficker…………………………………… ludwig von ficker………… authentischer kann ein name wohl kaum sein.

5 Kommentare


VOLLTANKEN!

www.synapse.fm ab 23h. reinhören, durchdrehen!

4 Kommentare


NINE INCH NAILS IN AVENCHES


ok… es sieht nett aus diesen sommer. vor allem in avenches. schon letztes jahr war ich dort – radiohead – und auch dieses jahr werd ich dort sein: nine inch nails. der hammer! ĂĽbrigens kommt jeden moment das neue album von trent reznor auf den markt – vielleicht heute? – und es ist absolut superb. vor allem fiel year zero im vorfeld durch wunderbar inszenierte promo-aktionen auf. rolling stone meint dazu: “way cooler than ‘lost’”. vorab ein anspieltyp: “this is the beginning”… check it out!

ein review wird hier wohl bald folgen.

3 Kommentare


Performance Optimization WordPress Plugins by W3 EDGE