PETE WUZ HEAR

ganz im sinne seiner neuen, halbwegs nĂĽchternen “ich-komm-diesmal-tatsächlich-und-rocke-das-haus“-masche kam pete mit seinen jungs in die kaserne und beglĂĽckte eine ausverkaufte reithalle mit sich und einer rotzigen dosis britenrock.

als ich ankam war soeben das desolate warten ausgebrochen, weil die band nach zwei songs kurzerhand die bühne verlassen hatte. im nachhinein verfestigten sich gerüchte, der drummer hätte einen bierbehälter (ob becher, glas oder flasche liess sich nicht mehr eruieren) an den schädel bekommen und daraufhin die lust am felle dreschen verloren. gemäss 78s, wurde die pause eher als beruhigung für die vorderen publikumsreihen eingelegt.. wie auch immer, damit wars dann mit der erhofft-befürchteten chaos-orgie auch schon vorbei und die bühne frei für eine knappe stunde beeindruckendste rock-energie.
pete hĂĽpfte aus dem nichts wie ein 11-jähriger spast auf die bĂĽhne zurĂĽck und die ersten 17 reihen tobten. dahinter hatte sich die gesammelte basler feier-journaille eingereiht um je nach wohlwollen und stimmungslage, das ganze mit oder ohne zynismus-brille anzuschauen. und siehe da, der zynismus wollte sich auch mit bemĂĽhen gar nicht erst einstellen. die band rockte drauflos und ertränkte jeden zweifel ĂĽber ihr recht auf dieser bĂĽhne zu stehen in wilden punkeskapaden und beatles-haften melodien. “down in albion” geriet trotz seines vergleichsweise ruhigen charakters sogar zum heimlichen winner des abends. der sound war druckvoll und satt, man wollte die mär vom weggelassenen soundcheck kaum wahrhaben. pete hatte augenscheinlich seinen spass, bedankte sich bei irgendeinem stephan fĂĽr die nette stadtbesichtigung (“no drugs, just coffee”) und liess ein paar kalauer vom stapel, die allerdings grösstenteils im euphorie-schweiss der anwesenden kate moss-klone und hosenträgerjungs unverstanden ertranken. irgendwie war das ganze dann verdammt schnell vorbei, was mich aber nicht im geringsten störte. kurz, knackig, gut und vorallem in einklang mit einem der besten sätze die je gesagt wurden: “always leave them wanting more” (wird ĂĽbrigens wahlweise walt disney oder charlie parker zugeschrieben). als abschluss gabs standesgemäss “fuck forever” und ich muss zugeben, ich hätte dem song nie so eine stadion-hymnen-tauglichkeit zugetraut. tausend hĂĽpfende menschen lĂĽgen nicht.

anschliessend gings in die kabar zum holzfällermässig gemixten indie-potpourri von diesen jungs hier. an einem sonntag abend trunken zu “boys don’t cry” durch die kabar zu taumeln war ein erster höhepunkt dieses noch jungen jahres. der kater danach entsprechend unsexy, aber montags nimmt man das irgendwie nicht so tragisch.

6 Kommentare


Kommentare

Anonymous
Mittwoch, 20. Februar 2008, 9:52 Uhr

heinZ & steFan rule :)

NetterOnkel
Mittwoch, 20. Februar 2008, 10:13 Uhr

Den Kaffee gab’s dann in der Mitte. Wie ein 11jähriger Spast eben.

Toller Bericht.

tomh
Mittwoch, 20. Februar 2008, 11:36 Uhr

ja, diese sonntagsabend party wird mir noch lange in erinnerung bleiben :)

Anonymous
Mittwoch, 20. Februar 2008, 12:16 Uhr

ich hab meine gästelistenplätze weitergegeben, bin zuhause geblieben und mir leicht angekifft und gänzlich unzynisch “this is england” angeschaut.

das soll kein wichtigtuerischer kommentar zu coolem understatement sein, aber ich glaub das war authentischer.

Anonymous
Donnerstag, 21. Februar 2008, 1:36 Uhr

wichtigtuer!

Anonymous
Freitag, 22. Februar 2008, 15:21 Uhr

scheiss britpopperschrott.

Gib Senf

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