NON TERRITORIAL – GESETZESFREIE ZONE

once again, ein tiefpunkt des dahinscheidenden nt-areals. am samstag auf dem sonnendeck. ein superstar dj und zwei weggefährten streuen angenehme musik über das sonnendeck. den leuten scheint es allmählich zu gefallen. immer mehr finden sich ein und lassen sich von der spätsommerlichen stimmung zwischen den bastschirmen treiben. good time having stimmung ist angesagt.

plötzlich geschrei an der bar. eine barkeeperin versucht einen typen am arm zu fassen, zwei andere wursteln etwas und versuchen potenzielle verfolger zurückzuhalten. ein anderer barkeeper rennt hinterher. alle besucher stehen wie versteinert da, niemand versteht was hier gerade passiert. jemand sagt die bar wurde ausgeraubt, das ganze geld wurde gestohlen. einige besucher sehen von weitem wie ein täter aggressiv sein t-shirt auszieht und auf den barkeeper losgeht. eine schlägerei bricht aus. der barkeeper wird übel attackiert, niemand schreitet wirklich ein. die polizei traf dann auch mal irgendwann ein. zu spät.

für die täter war es ein leichtes spiel. es waren mindestens drei gut gebaute boliden, die es mit jedem gast hätten aufnehmen können. sonst hätte ja niemand helfen können. und wer von den gästen will sich eine gebrochene nase riskieren, für geld das ihm nicht gehört? zudem waren die typen richtig gehend heiss darauf auf jemanden einzuprügeln.

was will man da machen? die stimmung war danach natürlich auf dem nullpunkt. zu schade.

seit dem sommer 2006 hat sich nichts geändert. keine securities, oder sonstige massnahmen (ausser keinem gedruckten programm und mehr 80s, funk etc.) die bestimmt etwas ruhe gebracht hätten. das nt wird wohl leider auch als schlägerparadies in die geschichte eingehen.

9 Kommentare


Kommentare

ach.
Montag, 25. August 2008, 17:16 Uhr

ich geb dir recht bot. und geh noch weiter. das gejammer ums NT areal betreffend restriktionen, lärmklagen und ähnlichem steht in keinem verhältnis zur larifari-haltung gewisser betreiber dort.

auf dem areal wird kaum das gefühl vermittelt, dass da leute mit motivation und leidenschaft dahinter stecken (einzige ausnahme ist vielleicht das gleis 13). die konsequente verweigerung sich mit dem thema security ernshaft auseinanderzusetzen unterstreicht dies souverän. und im gegensatz zur reitschule bern, wo die betreiber jedes wochenede blutende gesichter aufgrund fehlender security zwar etwas weltfremd aber mindestens politisch motiviert zu rechtfertigen versuchen, scheint es auf dem NT schlicht niemanden zu interessieren.

basel tickt eben anders.

raketenthom
Montag, 25. August 2008, 18:51 Uhr

treffend analysiert, ach.

Senfmann
Montag, 25. August 2008, 20:29 Uhr

Ehrlich gesagt werde ich dem NT kaum nachtrauern, wenn es denn mal umgebaut ist. Das Publikum hat sich in den letzten Jahren extrem gewandelt. Während es vor 3-4 Jahren noch eine alternative kleine Szene war, ist das NT heute vollgestopft mit Prolls, Spacken und tiefergelegten Golf Fuzzis.

Als ich das letzte mal da war, haben irgendwelche Spasstis wild Glasflaschen durch die Gegend geworfen und vor dem Gleis 13 liessen irgendwelche Trottel ihre Motoren aufheulen.

Aber auch beim Sonnendeckm wo es sonst eigentlich noch gemütliche Leute hat, wimmelte es nur so von Boule Nazis die jedes mal ein Riesengeschrei lostraten, wenn jemand in “Ihre Bahn” reinstand. Welche Vollidioten gehen am Sa. Abend raus und spielen Boule?

Das einzig wirklich akzeptable ist noch das Gleis 13. Man merkt halt einfach, dass Gitarren Musik weniger Idioten anzieht.

Ok so viel zu meinem NT rant. Ich hoffe es wird demnächst alles Platt gemacht, muahahah!

tomh
Montag, 25. August 2008, 20:59 Uhr

möge es bald in frieden ruhen. an den outdoor-parties (zumindest an denen ich war) wird eh nicht mehr richtig getanzt. an der skate-em-afterparty war ich mitten auf der tanzfläche und obwohl er so voll war wie selten zuvor schienen alle still zu stehen. und das grelle licht an der erlkönig-hauswand ist da auch nicht besonders hilfreich, die situation besser zu machen. a probos anderes volk im nt: eine bardame vom sonnendeck wurde letzte woche als “dumme fotze” beschimpft…nur weil jemand nicht gerade bedient wurde. naja. eben – gleis 13 da muss ich euch recht geben. die machen was, holen bands, bauen um etc. aber seit jahren eine wand aus paletten aufbauen, immer die gleichen djs buchen und die jährlich wiederkehrenden probleme ignorieren hilft nicht. ich freu mich jedenfalls auf was neues – und das wird es erst geben, wenn es das nt nicht mehr gibt. not macht ja bekanntlich erfinderisch.

gebaeude
Dienstag, 26. August 2008, 11:59 Uhr

ntntententententententente…totgelaufen. sonnendeck ist ja schön und so, aber legt nicht gerade viel innovationsdrang an den tag. der bowl rockt und das gleis 13 auch (dort ist auch das bier besser und billiger). der mut zum anders sein ist dem rest der areal besatzung aber irgendwie abhanden gekommen. bald spielen dort kinder und die mamis schauen rauchend vom balkon zu.

cris
Dienstag, 26. August 2008, 12:02 Uhr

ich war noch nie im gleis 13, aber auch die hatten wohl schon ihren ärger. aber dennoch respekt für soviel engagement.
wenn das ende absehbar ist, fällt es halt auch schwer nochmals richtig zu investieren und auch sich und seine mitarbeiter für eine letzte saison zu motivieren. schon klar. aber etwas mehr herzblut und ideen könnte dem nt nicht schaden. auch wenns nur noch ein letztes aufbäumen wird. lieber ein abgang mit feuerwerk als ein versanden. die story vom nt begann alternativ, frei und unbekümmert. was sich natürlich herumgesprochen hat. und spätestens seit der em halle zu einem grösseren fiasko wurde. da war meiner meinung nach der mist geführt und nur eine hermetische abriegelung des ganzen areals hätte die ungebetenen gäste draussen gehalten. dass das nicht machbar ist wissen wir alle. und die betreiber sämtlicher locations auf dem areal kommen nun mal aus der alternativen szene. d.h. sie geben jedem eine zweite und auch eine dritte chance und versuchen mit soviel sozialem gedankengut wie nur möglich die situation in den griff zu bekommen. irgendwie auch löblich. sie bleiben wenigstens ihrer linie treu. es wäre gegen ihre natur und gegen die grundidee des nt gewesen, den zutritt zum areal zu beschränken und nur für gewünschtes publikum offen zu halten. dann kommt also wieder die gretchenfrage – mache ich die tore auf, strömt alles rein. auch das was ich eigentlich gar nicht drin haben will. beschränke ich aber den zutritt, gelte ich als elitär und abgehoben. und das ist ja dann auch wieder nicht recht. was ist denn nun besser?
die zeit auf dem nt areal war schön so lange sie dauerte. aber irgendwie auch gut, geht sie zuende. nur blicken all die hunderten von jugendlichen und jung gebliebenen die jedes wochenende auf das areal strömen ziemlich in die röhre. denn ein wirklicher ersatz fürs nt gibts noch nicht. und so sicher, dass da immer irgendwas neues kommt bin ich mir da nicht. hätten wir noch mehrere solcher urbanen zonen, dann ja. aber bitteschön, das war dann wohl die letzte…

was aber im zusammenhang mit dem nt immer wieder kritisiert wurde, ist die musik und die leute die sie machen. es würde sich immer alles wiederholen und immer die gleichen konstellationen wären dafür verantwortlich. sorry, aber das ist kein problem vom nt und wird sich ehrlich gesagt auch nicht ändern. jeder club und jede disco hat seine locals, seine partyserien und seine stammgäste. das ist in anderen städten oder clubs nicht anders. vielleicht fällt es da nicht so sehr auf, weil das angebot grösser ist. aber das ist wirklich kein nt unding. sondern passiert überall und ist gängige praxis…

oder wie seht ihr die zukunft von basel? alles schwarz? oder doch irgendwelche lichtblicke am partyhimmel? kommt jetzt der nachwuchs? die nächste generation? und wirds dann besser oder einfach anders?

Donies
Dienstag, 26. August 2008, 15:32 Uhr

Gleis 13? Na ja, die übelsten Storys habe ich immer da mitterlebt, aber na ja. Und das Musikprogramm, sorry, das ist niemals zu vergleichen mit dem was vorher da so lief.
Pseudoelitäres Gehabe, wie sich über tiefgelegte Golfs zu nerven, und darum auf Funk usw umzusteigen ist leider auch nicht die Lösung. Klar das NT ist tot, aber es gibt auch nur noch selten gute Partys da, von dem her… Basel braucht einen neuen Club und zwar bald!

beschämend
Mittwoch, 27. August 2008, 12:35 Uhr

Ist doch sehr beschämend, dass bei dieser Keilerei keiner eingreift. Dann noch mit der Begründung, dass es ja fremdes Geld sei! Wenn’s um eigenes Geld geht, dann lohnt sich ne gebrochene Nase, oder wie?? Und was ist mit dem Barpersonal? Die meisten Gäste kennen ja das Barpersonal, aber helfen liegt wohl nicht drin?
Schon mal was von Überzahl gehört um solche Idioten aufzuhalten. Es ist ganz beschämend, dass da 3 Idioten sich ausleben können wie sie wollen und wahrscheinlich 30-50 Gäste unbeteiligt zusehen.
Übrigens ein blaues Auge ist auch nicht so schlimm, wenn’s für einen guten Zweck ist. Gab’s schon oft in der Geschichte, dass die Mehrheit aus Angst, Faulheit und Ignoranz nichts unternimmt.
Dazu passt auch das Gemotze über die Betriebe auf dem nt-areal, anstatt mal selbst was zu unternehmen oder eben einzugreifen. und wenn’s dann mal weg ist? Dann kommt die nostalgische Schwärmerei: Ja, als’ noch das nt gab etc. …
Ziemlich traurig, was hier geschrieben wird. Und ja, natürlich wird wieder was neues entstehen, über was könnte man sonst motzen. So wie’s nach Stücki, Schlotterbeck, Bimbotown, Kiosk AG, Denkfabrik etc. etc. immer was neues gab, durch Leute die nicht motzen, sondern machen.

bot
Mittwoch, 27. August 2008, 13:33 Uhr

tja, wenn du bereit bist für das geld einer bar, mit der du nichts zu tun hast, dein körperliches wohl aufs spiel zu setzen, viel spass. wenn die kasse nicht ordentlich eingesperrt ist, selber schuld. da lohnt sichs echt nicht auf die fresse zu bekommen. auch wenn ich dort am arbeiten gewesen wäre, hätte ich mich sicher nicht mit diesen idioten angelegt. und ja, wenn es meine eigenen mehrere tausend franken gewesen wären, hätte ich wohl versucht einen mob zu formieren um das geld zurückzubekommen.

gemotze ist meiner meinung nach berechtigt. ich will nicht wissen wieviel umsatz pro wochenende dort gemacht wurde. 4-5 securities am wochenende hätten wohl gereicht um etwas abzuschrecken. dazu hätten die betriebe nur zusammenlegen müssen. aber ist ja jetzt auch egal. it’s all over now, baby blue. und ja, ich tue.

Gib Senf

Performance Optimization WordPress Plugins by W3 EDGE