The Kickdrums – Just A Game (Album)
Frau Popmusik hat ihre Menopause endlich ĂĽberstanden. Phasen des totalen Selbstzweifels, Anwandlungen starrköpfiger Realitätsverweigerung, verbittertes Festklammern an ihre besten Tage und deren schales Wiederkäuen, oberflächliche Suche nach Selbstfindung in den Armen fremder Liebhaber und die ĂĽbrige Palette von klischeebehafteten Verhaltensweisen, die eine Midlife-Crisis halt so mit sich bringt – alles abgehakt. Die alte Dame hat sich endlich damit abgefunden, dass sie ihre Hoffnung auf neuen Nachwuchs nun unwiderruflich begraben muss. Nächste Strategie zur Arterhaltung mangels fruchtbarer Altersgenossen fĂĽr die Kids: Schamloser Inzest.
Wir leben in der Ă„ra der uneingeschränkten GrenzĂĽberschreitung, des popmusikalischen Schengens oder der ubiquitären Beliebigkeit, je nach Perspektive und Grad der traditionellen prä-www’schen Musiksozialisierung.
Nachdem sie sich mit Beats fĂĽr Jay-Z, 50 Cent, Kanye, Kid Cudi und anderen Urbanistas einen Namen gemacht haben, brechen the Kickdrums mit ihrer DebĂĽt-EP in Poprockyindy-Gefilde auf (oder sind sie als weisse “80′s Babies” aus Cleveland lediglich wieder daheim angekommen?).
Imprägniert vom rhythmischen Pulsschlag der afroamerikanischen Diaspora, mit der Popsensibilität von Brian Wilson, Pete Shelley und Rivers Cuomo bewehrt und aus dem Eklektizismus der Serato-Generation geboren, schenken sie der Welt mit Just A Game ein kleine Pralinenschachtel, die man ohne Geruchsbelästigung durch meine popjournalistische Hirndiarrhoe einfach geniessen sollte. Denn bisweilen trägt Inzest eben keinen dicken österreichischen Schnurrbart.
http://www.onsmash.com/justagame/
raketenthom
Sonntag, 7. Juni 2009, 22:13 Uhr
juanito: back with a vengeance!
NetterOnkel
Montag, 8. Juni 2009, 9:07 Uhr
…und ist nun definitiv in den Wechseljahren






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