DER KASERNE NIMMT STELLUNG (RE: PFLÄSTERLI)
nachdem fdp und cvp ihre jeweiligen breitseiten abgelassen haben, schiesst die kaserne zurück. beide seiten berufen sich auf die durchgeführte betriebsanalyse.
wenn man die struktur-probleme der letzten jahre (bar und club getrennt, augenscheinlich szeneferner vorstand, mitunter relativ offensichtliche interne kommunikations-schwierigkeiten) in betracht zieht, scheinen gewisse aussagen in der kaserne-stellungnahme aber doch etwas fragwürdig.
nur so ein paar stichworte:
-Die Kaserne Basel ist in der jetzigen Ausrichtung für die
Künstler und für viele Kulturveranstalter in Basel und überregional ein
unverzichtbarer Kooperationspartner.
unverzichtbar ist die kaserne nicht. man hat sich längst an die situation gewöhnt und nimmt sie mit genügend
galgenhumor hin, um trotzdem genussvoll feiern zu können. 200 leute die zu einem grandiosen mayer hawthorne abgehen
sind kein beweis für ein funktionierendes haus.
disclaimer: ob die freie theaterszene ohne die kaserne zugrunde gehen würde, kann ich schlicht nicht beurteilen.
-Für ihr künstlerisches Programm erhält die Kaserne Basel eine
sehr gute Medien-Berichterstattung – auch in überregionalen Medien.
wenn damit eine seit jahren andauernde diskussion um sinn,
organisation und zweck des betriebs gemeint ist, richtig.
-Die Finanzen der Kaserne sind stabil. Der Geschäftsführer
Thomas Keller hat mit dem Vorstandsmitglied Flavio Ventocilla ein
verfeinertes Forecast- und Controllingsystem eingeführt, das auch in der
Betriebsanalyse der Firma NonproCons AG positiv hervorgehoben wird.
stabil vielleicht schon, aber wie positiv ist stabilität auf einem niveau, $
welches ohne staatliche
aufstockung der finanziellen mittel offenbar unzureichend ist?
-Die Kaserne hat für die beiden Spielzeiten 2008/09 und 2009/10
bisher über CHF 700’000 Drittmittel akquiriert und war somit in der Lage,
trotz der ungenügenden Basisfinanzierung ein qualitativ hoch stehendes
Programm anzubieten. Viele Stiftungen haben eine Anschub- oder
Überbrückungsfinanzierung geleistet, die allerdings in der kommenden
Spielzeit 2010/11 nicht mehr in dieser Höhe gezahlt werden wird.
auf deutsch: wir sind stolz, dass wir unsere geldgeber angebettelt haben.
die wollen aber nicht schon wieder mehr geben als sie eh schon tun.
-Die Kaserne ist strukturell unterfinanziert. Dies ist die klare
Erkenntnis der vom Präsidialdepartement und den beiden Kulturabteilungen BS
und BL in Auftrag gegebenen, professionellen und unabhängigen
Betriebsanalyse der Firma NonproCons AG. Damit die Kaserne ihren
Leistungsauftrag – ein lebendiges Zentrum für Populärmusik und die freie
Szene der Darstellenden Künste – erfüllen kann, braucht sie eine besser
ausgestattete Basisfinanzierung.
strukturell unterfinanziert oder finanziell überstrukturiert?
-Die Kaserne ist, wie viele vergleichbare Institutionen, als
Verein organisiert, was die Betriebsanalyse grundsätzlich befürwortet. Der
Vorstand arbeitet ehrenamtlich, was guter alter Basler Tradition entspricht.
Im Vorstand ist viel Fach- und Sachwissen vereinigt. Die
Professionalisierung der Vorstandsarbeit wird durch klare
Ressortverantwortung weiter vorangetrieben.
wtf? ein vorstand hat zu gewährleisten,
dass überhaupt professionell gearbietet werden kann.
wenn er das nach all den jahren immer noch erst selber
lernen muss, ist seine kompetenz wohl
mit guten recht in frage zu stellen.
insgesamt haben die argumente der politik schlicht und
einfach mehr inhalt.
was von der kaserne kommt, liest sich dagegen wie reine
schönfärberei, die unweigerlich zu einer neuen
patt-situation führen wird.
die politik sagt “tut endlich was”, die kaserne sagt
“wir sind toll genug, gebt uns mehr geld”.
bis irgendwann herr morin nicht mehr anders kann
und die yeah yeah yeahs zitieren muss.
es ist wahrlich keine schande strukturprobleme,
auch selbstverantwortete, einzusehen und damit eine
konstruktive entwicklung in gang zu setzen. darüber darf
man auch reden, es wird keiner tomaten mit rasierklingen schmeissen,
wenn die kaserne sagt, schaut, es ist schwierig,
wir haben wohl auch fehler gemacht, aber wir wollen
draus lernen und vorwärtskommen.
wenn sie dann scheitert, kann man ihnen wenigstens den guten willen attestieren.
aber dieses beharren auf dem eigenen unfehlbarkeitsanspruch fährt den karren in
seiner jetzigen aufmachung irgenwann gegen die wand.
im übrigen revidiere ich meine einstige aufforderung bereits
zur kaserne gesagtes nicht zum 400’000.- sten mal zu wiederholen.
in der kleinkinderziehung wird nämlich deutlich postuliert, dass das zT extrem
nervenaufreibende wiederholen von immer denselben fragen, liedern, spielen,
kraftmeireien und fäkal-werfereien ein wichtiger bestandteil des aufwachsens ist.
vielleicht hat die kaserne diesbezüglich schlicht nachholbedarf.
ganze stellungnahme hier, innit:
Die Kaserne Basel lebt! Jetzt!
Der Vorstand der Kaserne spricht sich entschieden gegen die falschen
Informationen aus, die in den Erklärungen der beiden Basler Parteien FDP und
CVP bezüglich der vom Regierungsrat vorgeschlagenen Subventionserhöhung für
die Kaserne Basel enthalten sind. Dort wird u.a. mehrfach behauptet, die
Kaserne Basel arbeite ohne Konzept. Zudem wird unterstellt, die Kaserne sei
strategisch und organisatorisch ungenügend aufgestellt. Diese Aussagen sind
falsch und irreführend:
Richtig ist: Die Kaserne Basel arbeitet nach einem Konzept. Dieses wurde
2007 von der Freien Theater- und Tanz-Szene sowie von der Populärmusik-Szene
als „Richtlinien für Programm und Betrieb“ gemeinsam erarbeitet und als
Bestandteil des derzeitigen Subventionsvertrages vom Grossen Rat
verabschiedet.
Richtig ist: Die Kaserne Basel ist bereits heute ein Zentrum für
Populärmusik, wie auch für die Freie Szene der Darstellenden Künste
(Theater, Tanz, Performance). Ein solches Haus ist nicht mit dem
Dreisparten-Betrieb eines Stadttheaters zu vergleichen, wie die FDP es tut.
Richtig ist: Unter der 2008 neu eingesetzten Leitung von Carena Schlewitt
(Künstlerische Leiterin) und Thomas Keller (Geschäftsführer) wird die
Kaserne Basel professionell geführt und verfügt über ein hervorragendes Team
im Betrieb, welches die Richtlinien – das Konzept der Kaserne – in ein
erfolgreiches künstlerisches Programm umsetzt.
Richtig ist: Sowohl die Populärmusik (unter der Leitung von Sandro
Bernasconi) als auch die Freien Gruppen in den Bereichen Theater, Tanz und
Performance sind im Programm der Kaserne Basel entsprechend den Richtlinien
mit lokalen, nationalen und internationalen Veranstaltungen vertreten. Die
Kaserne Basel hat sich seit dem Leitungswechsel im Jahre 2008 neu
positioniert und wird von der lokalen Szene wahrgenommen und genutzt. Die
Basler Szene konnte sich dank der Kaserne Basel erneuern – junge Künstler
und Gruppen sind hinzugekommen. Auch überregional und international hat die
Kaserne Basel innerhalb kürzester Zeit auf mehreren Ebenen (Künstler- und
Gastspielaustausch, Festivaleinladungen von Basler Produktionen und
Koproduktionen, Mitwirkung in Netzwerken, Jury-Arbeit der Programmleiter,
Konferenzauftritte etc.) eine wichtige Position erreicht. Koproduktionen der
Basler Gruppen Matterhorn und CapriConnection, die in diesem Herbst in der
Kaserne Basel ihre Premiere hatten, touren in der Schweiz und im Ausland.
Richtig ist: Die Kaserne engagiert sich auch im Bereich der kulturellen
Bildungsarbeit. Sie initiiert Kinder- und Jugendprojekte und beteiligt sich
an deren Entwicklung und Durchführung. Schwerpunkte sind u.a. die Themen
Migration, Stadtentwicklung und Architektur sowie Workshops in den Bereichen
Tanz und Musik.
Richtig ist: Die Kaserne Basel ist in der jetzigen Ausrichtung für die
Künstler und für viele Kulturveranstalter in Basel und überregional ein
unverzichtbarer Kooperationspartner.
Richtig ist: Für ihr künstlerisches Programm erhält die Kaserne Basel eine
sehr gute Medien-Berichterstattung – auch in überregionalen Medien.
Richtig ist: Die Kaserne Basel ist auch für das Publikum zu einem wichtigen
Anziehungspunkt geworden. Das belegen die Zuschauerzahlen der Spielzeit
2008/09 und die neuen Zahlen des Saisonstarts 2009. Sowohl die
Treibstoff-Theatertage als auch andere Veranstaltungen – wie z.B. die
mehrfach ausverkaufte Reithalle beim Gastspiel „Öper Öpis“ von Zimmermann &
de Perrot, die Konzerte von Jamie Lidell, GusGus und Breakestra – waren in
diesem Herbst absolute Highlights der Saison.
Richtig ist: Die Finanzen der Kaserne sind stabil. Der Geschäftsführer
Thomas Keller hat mit dem Vorstandsmitglied Flavio Ventocilla ein
verfeinertes Forecast- und Controllingsystem eingeführt, das auch in der
Betriebsanalyse der Firma NonproCons AG positiv hervorgehoben wird.
Richtig ist: Die Kaserne hat für die beiden Spielzeiten 2008/09 und 2009/10
bisher über CHF 700’000 Drittmittel akquiriert und war somit in der Lage,
trotz der ungenügenden Basisfinanzierung ein qualitativ hoch stehendes
Programm anzubieten. Viele Stiftungen haben eine Anschub- oder
Überbrückungsfinanzierung geleistet, die allerdings in der kommenden
Spielzeit 2010/11 nicht mehr in dieser Höhe gezahlt werden wird.
Richtig ist: Die Kaserne ist strukturell unterfinanziert. Dies ist die klare
Erkenntnis der vom Präsidialdepartement und den beiden Kulturabteilungen BS
und BL in Auftrag gegebenen, professionellen und unabhängigen
Betriebsanalyse der Firma NonproCons AG. Damit die Kaserne ihren
Leistungsauftrag – ein lebendiges Zentrum für Populärmusik und die freie
Szene der Darstellenden Künste – erfüllen kann, braucht sie eine besser
ausgestattete Basisfinanzierung.
Richtig ist: Die Kaserne ist, wie viele vergleichbare Institutionen, als
Verein organisiert, was die Betriebsanalyse grundsätzlich befürwortet. Der
Vorstand arbeitet ehrenamtlich, was guter alter Basler Tradition entspricht.
Im Vorstand ist viel Fach- und Sachwissen vereinigt. Die
Professionalisierung der Vorstandsarbeit wird durch klare
Ressortverantwortung weiter vorangetrieben.
FAZIT IST: Wird die Subventionserhöhung vom Grossen Rat gesprochen, nimmt
Basel die Chance wahr, mit der Kaserne unter der jetzigen Leitung über die
Stadt hinaus wirksam zu sein. Als internationale Kulturstadt verdient Basel
ein professionelles Haus für die Popmusikszene und für die Freie Szene der
Darstellenden Künste, das auf der Höhe der Zeit ist. Wird diese Chance
verpasst, fehlt auch ein Motor, der die Umgestaltung des Areals vorantreibt
– mit Ideen für eine lebendige Kultur- und Kunstszene in Basel.
Für Nachfragen:
Thomas Gelzer, Präsident Verein
Carena Schlewitt, Künstlerische Leiterin
chnuuschti
Donnerstag, 19. November 2009, 18:32 Uhr
die yeah yeah yeahs sind lady gagas mit gutem debüt-album.
-
Donnerstag, 19. November 2009, 21:57 Uhr
scheiss auf die kaserne, ich war da seit jahren nicht mehr an einer guten party. es läuft nur selten was und wenn was läuft sind es meistens bands oder djs von denen noch nie jemand was gehört hat und wenn was läuft das man kennt und gut findet ist keine sau da. alles was wir brauchen ist das nt-areal und das nordstern. die stadt sollte die kaserne aufgeben und neue dinge finanzieren.
svp
Donnerstag, 19. November 2009, 23:25 Uhr
tja, leider muss ich der cvp und fdp recht geben. die kaserne ist momentan ein kein-sparten haus. alles, aber nichts richtig. konzert atmosphäre suckt. von einem club ist der laden lichtjahre entfernt. theater infrastruktur ist popelig und tanz, naja, das kann man eigentlich überall machen, wo man mehr als 30m2 platz hat. die kaserne kann froh sein, dass requisiten & bühnenbilder im theater gerade out sind und man aus coolheits gründen dinge wie ein molton und das zeug das gerade rumliegt als bühnenbild verwendet. aber the bigest ? ever ist immer noch wieso populärmusik (man beachte das wort populär!) überhaupt subventioniert werden muss. wenn subventionen für musik, dann an lokale musiker und experimentelle musik.
Mörgeli
Freitag, 20. November 2009, 0:42 Uhr
Interessiert das überhaupt noch jemanden?
gnä
Freitag, 20. November 2009, 10:18 Uhr
alles pipapo. nur dem verfasser – sollte man eins auf die nase binden. alles was basel braucht ist das nt und der nordstern? you really oughta move on a decade or two.
noq ludwigsdorf
Freitag, 20. November 2009, 12:00 Uhr
mich interessierts weil ich den ort halt schon gerne mag.
und weil ich generell ein problem damit habe, wenn öffentlichkeitsarbeit derart offensichtlich zur verwässerung der eigenen prekären situation verwendet wird. das argument, dass man das im pr-business halt so macht, lass ich bei der kaserne, welche sich doch mit allerlei szeneförderungs-blumen schmückt, nicht gelten. street cred und corporate spinning haben, soweit ich weiss, selten guten sex… siehe red bull.
NetterOnkel
Freitag, 20. November 2009, 15:02 Uhr
Was genau bedeutet “strukturell unterfinanziert”? Dass die Führungsstruktur zuwenig Zaster bekommt?
c.j.
Freitag, 20. November 2009, 18:56 Uhr
die sollens doch einfach machen wie früher (vor 15-10 jahren). da war sowieso alles besser
Caspar Baader
Samstag, 21. November 2009, 10:19 Uhr
Lasst doch die Kaserne wursteln. Die Gäste bleiben ja weg, weil es da scheisse und unsympatisch ist. Die Macher spüren dadurch am eigenen Leib was für eine miese Arbeit gemacht wird. Das ist doch Strafe genug.
Die Magazin » Blog Archive » Der Kaserne Nimmt Stellung (Re … « freeoutlookexpressdownload
Sonntag, 29. November 2009, 14:21 Uhr
[...] Basel professionell geführt und verfügt über ein hervorragendes Team im Betrieb, …Continue Reading… [...]
Anonymous
Samstag, 5. Dezember 2009, 10:39 Uhr
@caspar: nein, es ist tatsächlich so, dass die führung der kaserne all diesen scheiss glaubt, den sie schreiben. +sich die grössten halten für ihre arbeit, i’m sorry. dies stimmt traurig. und so ‘szenefern’ sindse, dass sie es immer betonen müssen, sie arbeiten für die ‘szene’. welche auch immer. das die noch keiner gefeuert hat, wundert mich immer noch. hauptsache, sie können sich gegenseitig auf die schultern klopfen. und dafür im fall noch guet kohle verdienen. da muss ich nur noch lachen. lest mal alle kaserne-medienmitteilungen und aufrufe der letzten paar monate, ich find’s jedesmal wieder gute comedy..
Diskomurder
Montag, 14. Dezember 2009, 15:41 Uhr
Also im bereich elekto haben sie jetzt grad ein paar gute bookings gemacht. Ich freu mich sehr auf L-Vis 1990 und Mowgli… Who Made Who waren auch spitze
big
Montag, 14. Dezember 2009, 16:50 Uhr
yawn
Che
Montag, 14. Dezember 2009, 19:17 Uhr
Ja finde die Entwicklung auch gut, zumindest bringen sie die richtigen acts..
inshallah
Sonntag, 29. August 2010, 12:01 Uhr
dieser blog wirkt zwar scheintot, aber vielleicht liests ja trotzdem jemand: die kaserne wird innen neu gestrichen, eine scheussliche farbe irgendwo zwischen bordeaux mit zapfen und verfaulter aubergine.. eine farbe die mich abhält, dieses gebäude zu betreten, ich kriege keine luft mehr.. am besten sprengen das ganze!
zebra
Sonntag, 29. August 2010, 16:57 Uhr
habs gelesen. ist mir egal was die für ne farbe haben. das schlimmste ist dort eh die leitung





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