09: THIS IS (WAS) IT
als verarbeitungshilfe fĂĽr die vergangenen 12 monate, jeweils zehn dinge die uns bewegt haben. von jedem von wir, fĂĽr alle von du.
first round: noq ludwigsdorf
in no particular order, innit.
1. na ja, jacko.
bei aller schnell nervenden heulsuselei/vaterschafts-obskurität/endlos-medley-darbietung (ich meine dich, kuppel-dj mit dicker mütze) wars schon irgendwie prägend.
2. the xx -Â xx
ist unter grossem und der eigentlichen musik völlig entgegenlaufendem uk-presse-getöse ende sommer erschienen. das debut der vier (mittlerweile drei) jung-londonerInnen hat sich bisher sehr gut gehalten und verzaubert immer noch. schuld daran sind weniger die unzähligen inoffiziellen clubremixes, die den originalen eh nur hinterherhecheln, sondern eher die tatsache, dass das jeweilige lieblingslied nach ein paar wochen von einem anderen abgelöst wird (zur zeit ists “night time”). ihre (nicht auf dem album enthaltene) re-interpretation des unnötigen florence & the machine covers von “you got the love” hat natĂĽrlich auch geholfen, dancefloors und ipods mit liebe zu fĂĽllen.
3. klimagipfel in kopenhagen
an genug blauäugigkeit leidet wohl niemand, um wirklich etwas handfestes erwartet zu haben. das frustrierende wahr vielmehr die erkenntnis, dass die gegenseitige wirtschaftliche abhängigkeit der mächtigen staaten, die daraus erwachsende eigenbrötlerei und die schiere komplexität all dieser zusammenhänge den technischen, geistigen und sozialen fortschritt der gesamten menschheit blockiert. allein das unüberschaubare handels-dickicht zwischen china und den usa führt zu einer globalen patt-situtaion, die jener des kalten krieges gleichkommt. dass diese erkenntnis anlässlich einer globalen konferenz zur bremsung des eigenen untergangs gewonnen wurde, macht das ganze richtig schön melodramatisch. vieleicht wird paradoxerweise dieses andere unding unserer zeit, der krieg wider den terror, zum löser aller probleme: weil aufgrund des jüngsten attentat-versuchs nun (gerüchtehalber) sämtliche elektronischen unterhaltungsmedien aus den flugzeugen verbannt werden, will wohl bald niemand mehr fliegen. wer will schon auf einem 10 stunden-flug die endlich gewonnene wifi-kompatibilität gegen eine zerfledderte herald tribune eintauschen? wobei, vielleicht rettet das ja jetzt die zeitungsindustrie, womit wiederum der regenwald die arschkarte im sack hätte. lol.
4. joris voorn – balance 014 -eq-recordings/âme, henrik schwarz, dixon – the grandfather paradox
dj-mixes als album-release haben meistens etwas dubioses an sich. ein guter dj-mix ist klasse, aber abgesehen von der finanziell einträglichen tatsache, dass es die einzige möglichkeit fĂĽr leute wie antoine ist, sowas wie ein “album” rauszugeben, sehe ich bei den meisten keine existenzberechtigung.  dieses jahr stachen zwei ausnahmen heraus: joris voorn’s “balance 014″ verwebt elemente aus ĂĽber 100 tracks zu einem kohärenten ganzen, das clubfeeling und solo-genuss wunderbar vereint und bei dem im gegensatz zu richie hawtins 2001′er “closer to the edit” das konzept der musik untergeordnet ist und nicht umgekehrt.
und als zweites hat das innervisions-trio mit “the grandfather paradox” die urgeschichte von minimal aufgearbeitet und entzĂĽckt dabei ĂĽberaschenderweise mit extrem viel soul.
5. joy orbison – hyph mngo
mein track des jahres, no contest. simplicity wins. episches intro aus dem nichts, killer-fläche, killer-vocal-sample, bassdrop into heaven. hat stilĂĽbergreifend vielen floors den spätsommer ĂĽber seinen stempel aufgedrĂĽckt und wird, wenn man sich die mixes des jungen mannes anhört, kein glĂĽckstreffer bleiben. peter o’grady versteht sein handwerk:
6. la roux remixes
die originale haben mich meistens eher kalt gelassen, die remixes dafĂĽr umsomehr fĂĽr spass gesorgt:
allen voran natĂĽrlich skreams “in for the kill” bassline-monster, dicht gefolgt von mad decents ausflug in die slammenden 80er fĂĽr quicksand und dem gnadenlos plumpen aber effektiven blogula-remix von bullitproof. funpop!
7. warpaint
vier ladys aus la, die mit psychedelisch angehauchtem lo-fi-liedgut mein herz eroberten. debut-album in 2010..
8. blödheit des menschen.
9. books:
-james w. douglass – jfk & the unspeakable
nach anfänglichem zweifel, ob es tatsächlich eine weitere aufarbeitung des 22. novembers 1963 braucht, war ich schnell vom inhalt ĂĽberzeugt. so klar formuliert, umfassend recherchiert, in einen internationalen, historischen und aktuellen kontext gebracht, wurde der tag “at the grassy knoll” noch nie. das resultat ist dann auch keine konkrete schuldzuweisung, sondern vielmehr die beunruhigende erkenntnis, dass die arschlöcher immer gewinnen. abstriche gibts fĂĽr zuweilen etwas schönfärberisch wirkende interpretationen der beweggrĂĽnde gewisser exponenten. als jemand der sein erstes date vermasselt hat, weil er bei “jfk” lieber 3 stunden zuhören wollte als rumknutschen, wars jedenfalls ein vergnĂĽgen.
-iain banks – transition
der welt bester author ĂĽberzeugt auch jenseits von “the culture” mit witz, kompetenz, ideenreichtum und der fähigkeit, den zeitgeist elegant einfliessen zu lassen.
10. clusterfuck
wort des jahres. auf so vielen ebenen. vermutlich das beste wort ever.
songs des jahres:
joy orbison – hyph mngo
warpaint – krimson
spoon – got nuffin’
house of house – rushing to paradise
ada – forty winks
pill – glass
jimi tenor + tony allen – selfish gene
kasabian – secret alphabets
felix da housecat – do not try this at home
fat freddys drop – wild wind
alben des jahres:
the xx – xx
raekwon – only built for cuban lynx 2
mayer hawthorne – a strange arrangement
arctic monkeys – humbug
martyn – great lengths
whitest boy alive – rules
yeah yeah yeahs – it’s blitz
jonathan boulet – a community service announcement
5 years of hyperdub
mos def – the ecstatic
und
gibts mixes inklusive tracklists die einiges aus den listen enthalten….
NetterOnkel
Montag, 28. Dezember 2009, 23:28 Uhr
FĂĽr mich top 12 dieses Jahr:
- Obama
- Lieblingswort 2009: fritzeln
- Voltaplatz wird fertig, angeblich
- Junge, taugliche DJs in Basel, endlich
- Krise: Auch ich hab bezahlt
- Schweinegrippe: Impfen wird out
- Volksverarschungsabstimmung Luzernerring-Neugestaltung: Weteef
- Uni besetzt, na endlich!
- Kunstis raus: Wohlstandsantigentrifizierer aus Urlaub aus Berlin zurĂĽck
- VillageSauvage: Es geht auch ohne Geld und Basler Eventfilz
- Minarettinitiative: selber schuld
- (geheim)
tante emma
Dienstag, 29. Dezember 2009, 0:09 Uhr
dem netten onkel seine liste gefällt mir als jahresrĂĽckblick einiges besser *, weil nicht so musik fixiert… obwohl wir sind ja hier bei diemagazin..
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*vor allem aber weil MJ nicht vorkommt. damit konnt ich noch nie was anfangen und den werd ich auch nicht vermissen. -out-






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