THE XX: MITTENDRIN STATT NUR DABEI
dieser tage ist in berlin die installation “xx: A Sculpture of the Album” zu sehen. es ist der (wohl nicht erste) versuch, der heute oft aus ihrem ursprünglichen kontext gerissenen musik ein alternatives dasein zu ermöglichen.
musik hat sich inzwischen schon fast von jeglicher physis losgelöst. zum glĂĽck, denn dadurch wurde musik endlich global. pech andererseits, da wir fĂĽr den physischen transport, also fĂĽr die gepresste form, geld bezahlt haben. und obwohl das viele noch nicht wahrhaben wollen: musik ist heute quasi zum “creative common” geworden, das nicht mehr so viel geld generiert, wie in den goldenen zeiten der vinyl-wiederkäufe auf cd. stattdessen hört man immer wieder die floskel “musiker verdienen heute dafĂĽr mehr mit merchandise und konzerten”. nur: (fast) keine band kann immer auf tour sein und gleichzeitig laufend neue alben herausbringen.
Saam Farahmand hat die drei bandmitglieder von “the xx” darum in holzkisten verpackt und schickt sie so um die welt (london, momentan im .hbc in berlin, evtl. mal in der schweiz?) . die sargähnlichen kisten (symbol fĂĽr die tote musikindustrie?) bestehen aus einem screen, einem lautsprecher und irgendwelchen lichteffekten. und so funktioniert die holzkistenband etwa: der bildschrim zeigt immer die halbtotale eines bandmitglieds in aktion, der lautsprecher gibt nur sein instrument wieder. und das licht leuchtet hin und wieder mal (wann genau, ist mir nicht aufgefallen). so kann man nun einige XX songs “erleben”. inmitten von Romy Madley Croft, Jamie Smith und Oliver Sim. je nach lust wechselt man die perspektive, z.b. wenn romys einsatz bei “crystalized” kommt – vielleicht eher bei ihr, später eher bei jamie. etc. so kann man sich nach lust und laune auf einzelne bandmitglieder/instrumente fokussieren.
der ansatz ist nicht mal schlecht. aber trotzdem funktionierts irgendwie nicht. rein visuell und emotional geht nicht viel. mit neuen projektionsmöglichkeiten, 3d-audio, etc. könnte ich mir aber durchaus eine zukunft dieses modells vorstellen: the xx, die sich quasi als eine art “musik-avatar” neue zahlungswillige zuschauermassen erschliessen und millionen von dollar einnehmen. ha. aber das wird wohl noch ne weile dauern. der 10min ausflug ins berliner .hbc hat sich trotzdem gelohnt. gratis wars ja auch, ganz wie man es heute von musik-related content erwartet.
music-avatar
Sonntag, 24. Januar 2010, 21:15 Uhr
lol.





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