HEUTE IN DER….

ich hatte hunger und keine zeit und wenig cash, was das ĂĽber-bord-werfen sämtlicher “ich-hab food inc (ganz tolle doku, das)-gesehen-und-ernähr-mich-vorwiegend-von-nachhaltig-produziertem-bio-zeug-aus-der-region”-vorsätze zur folge hatte.

die migros-schnellfress-abteilung verhiess abhilfe, umsomehr, als die komplette auslage aufgrund des nahenden ladenschlusses mit grossen roten prozent-schildern verunstaltet war. ein exemplar der “aesthetically challenged”-unterart der detailhändlerinnen musterte mich skeptisch, in augenscheinlich wenig freudiger erwartung meiner salat-bestellung. mir war eh nicht nach reden zumute, also zeigte ich einfach auf so ein farbiges ding, das aussah als wäre es einst ausgezogen, eines dieser gemĂĽsegesicht-stilleben zu werden, nur um unterwegs von zwielichtigen gemĂĽsehändlern und salat-herstellern mächtig verarscht geworden zu sein.

mdme. jedenfalls, antwortete in einer art alsacien-patois-ragamuffin, nicht unähnlich der wohltuend einlullenden stimmlage-akrobatik eines jamaicanischen reggae-liebhabers (auch ganz tolle doku, das). ich versuche den inhalt mal phonetisch wiederzugeben:

“vänn sie vransössysch, italianysch, palsamiggo oder önig sampf? und vänn si gabläh?”

ich verstand, auch aufgrund des lärms rundherum weder akustisch, noch inhaltlich, was die dame mir sagen wollte, begann bereits, mich fremdzuschämen und machte prompt einen taktischen fehler. ich sagte: “äh..was?”

offenbar hielt sie mich wegen meiner vorigen weigerung zu reden, für des deutschen nicht mächtig und zeigte nun ganz langsam auf die verschiedenen salatsaucen und wiederholte ihre aufzählung, überlaut:

"VRANSÖSSYYYSCH?  ITALIANYYYSCH? PALSAAMIGGOOOO? ODER ÖÖÖNIGG SAMPF?"

und dann nach einer unerwartet stilsicheren kunstpause:

"GABLÄÄH?"

schon als sie bei “ööönigg sampf” angekommen war, wurde es schwierig die aufgesetzte miene der seriösität zu bewahren. bei “gablääh” wurde mir schlagartig klar, dass ich raus musste und  ich nickte einfach ein paar mal frenetisch auf was immer sie gerade zeigte. jetzt darf ich einen gemischten salat aus geschmacklosem, auf konsistenz, haltbarkeit und aussehen hochgezĂĽchtetem gemĂĽse, sowie einen becher industriellen honig-senf (aha!)-sauce mein eigen nennen.

wer heute übrigens feiern will, es laufen ungefähr 3000 partys, überall.

4 Kommentare


Kommentare

Sam
Samstag, 27. Februar 2010, 20:28 Uhr

Alsacien-patois-ragamuffin! Omg lol köstlich!

c.r.a.z.y.
Sonntag, 28. Februar 2010, 11:28 Uhr

armer junge. kriegt nicht mal sein salätchen.

Drizzop
Sonntag, 28. Februar 2010, 23:29 Uhr

LOL. Ihr kommt langsam sehr nahe an Euren Namenshalbverwandten ran.

gib senf
Montag, 1. März 2010, 15:06 Uhr

aaaaaaaaaaaaaaaah. diemagazin, i love love love love love (und nonemol) love youuuuuuuuuuuuuuuuu!!! läck, hab ich mich jetzt grad krumm gelacht!!!  hihi. *lachtränen wegwisch*

Gib Senf

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