BSCENE IN DER BAZ, HMMMMMJAAAA
Marc Krebs ist aktiv im Szeneleben präsent und kennt die oft sehr subjektiven Denkvorgänge, die bei der Bewertung solcher Anlässe entstehen. Er hat die BScene seit Jahren immer sehr kritisch-konstruktiv bewertet und damit tatkräftig unterstützt. Und so wird er diese Zeilen auch nicht als Angriff werten, sondern eher als Äusserung einer divergierenden Meinung.
Sein Kommentar zur Bscene tut was er muss: er greift sich den Slogan “Singen/Feiern/Lieben”, beschreibt die HintergrĂĽnde, welche zu dessen Entstehung beitrugen, setzt ihn hinterfragend in einen historischen Kontext und listet dann die Mängel und schliesslich die entdeckten Konzert-Perlen auf. Soweit alles journalistisch konform. NatĂĽrlich wird an so einem Anlass vieles subjektiv wahrgenommen und muss deswegen noch lange nicht falsch sein. Allerdings lässt der Artikel in seiner Aufmachung auch “WĂĽnsche offen”, die nicht als reine Ansichtssache hingenommen werden können.
Einerseits wird fehlende Erneuerung und Innovation bemängelt, andererseits wird z.B. die Vernetzung über Twitter nicht erwähnt, welche Festival, Locations, Bands und Publikum zu einer Community verband. Entweder wird dies als irrelevant betrachtet oder schlicht nicht verstanden, der innovative Aspekt sollte indes trotzdem nicht unterschlagen werden.
Die nicht stattgefundene Erschliessung neuer Räumlichkeiten wird, absolut berechtigt, bemängelt. Dass es aber z.B. beim Volkshaus weniger aufgrund des Einsatzes, sondern vor Allem an den Umständen scheiterte, ist mit “verpasste Chance” unzureichend kommentiert. Der Vergleich zum “Village Sauvage”-Wochenende vom letzten Herbst schliesslich, ist etwas gar brutal an den ausfallenden revolutionären Haaren herangezogen; die dort vorgefundene, per Definition schon einzigartige Abbruch-, mit szenekultureller Aufbruchstimmung zu verwechseln ist regelrecht fahrlässig. “Village Sauvage” hat mit der Bscene soviel zu tun wie Hare Krishna mit der Streetparade: ein dem Establishment-Journalismus entsprungener Hau-Ruck-Vergleich, der nie und nimmer genĂĽgend Validität in sich trägt, um in diesem Rahmen verwendet zu werden.
Das Bscene-Publikum hat bis in die (z.T. sehr späten) Morgenstunden mit einem glücklichen Grinsen im Gesicht dankbar zu Musik gefeiert, die aus den eigenen Reihen kommt und damit den Slogan mit augenscheinlicher Wonne in die Tat umgesetzt. Ohne Räucherstäbchen und altertümliche Rebellions-Schemata. Und das ist absolut OK. Zügellos hochgejubelt werden muss und darf es natürlich nicht, konstruktive Kritik ist immer wertvoll, gerade auch dann, wenn es um Slogans geht, deren Botschaft sich nicht jedem gleichermassen erschliesst. Aber im BaZ-Artikel wird das ganze Unternehmen mit Hilfe selektiver und z.t. unreflektierter Informationen bewertet. Darüberhinaus verschwindet die hedonistische Seite der Medaille etwas gar beiläufig unter dem Kultur-Teppich.
Man darf auch als Pop-Journalist zugeben, dass einem bestimmte Sachen einfach nicht ganz klar geworden sind. Und vor Allem muss man sich dazu bekennen, dass es es schlicht und einfach (ein ganz bisschen) Spass macht, Nachts um die Häuser ziehen und zu Musik abzugehen. Sonst besteht die Gefahr, in die beliebte Szeni-Kategorie “ich nörgle, also bin ich” eingeordnet zu werden und dort gehört Marc Krebs nun wirklich nicht hin.
Tonky
Donnerstag, 1. April 2010, 12:48 Uhr
och, nicht traurig sein. dein halbgott, marc, bewertet noch oft anlässe anhand von völlig an den haaren herangezogenen kriterien. ist auch nichts neues…
haare krishna
Freitag, 2. April 2010, 6:57 Uhr
muss etwas nicht zwingend gut finden, nur weils aus den eigenen reihen kommt. und würde das auch nie von jemand anderem (worunter auch noq, marc, hans..gehören) verlangen!
schön hattet du deinen publimkum mit breitmaulfroschgrinsen.
warum sich auch verteidigen? weil tweeten so übermässig vor technologischen selbstbewusstsein strotzt?
gleiches mit gleichem
Montag, 5. April 2010, 23:38 Uhr
also dieser text hier ist ja auch voll daneben.. null kritische distanz und reine ansichtssache. schlussendlich liegt es irgendwo in der mitte.
raketenthom
Dienstag, 6. April 2010, 11:22 Uhr
ist das nicht immer so?
NetterOnkel
Mittwoch, 7. April 2010, 11:30 Uhr
Der Village-Vergleich ist wirklich absurd, doch völlig absurde und falsche Texte ist man sich aus der lokalen Tagespresse leider bereits gewohnt.
Ich hätte an der bScene einzelne qualitativ total schrecklichen Konzerte (wie Manana), die saftigen Eintrittspreise und das unglaubwürdige Erscheinungsbild (Sozzi-Ästhetik mit Emi Frey Hauptsponsor) kritisiert und dafür einzelne gute Acts und den Samstag in der Kaserne als letzter ernstzunehmender lokaler Hiphop-Anlass gewürdigt.
@geizigerOnkel
Mittwoch, 7. April 2010, 14:14 Uhr
Saftigen Eintrittspreis!? Hallo?! Du hättest wohl gerne das man dir 10 Stutz in die Hand drĂĽckt damit du ĂĽberhaupt kommst?!Â
Innovation
Dienstag, 13. April 2010, 12:18 Uhr
Was bitte ist am Gebrauch von Twitter innovativ? Das ist nun wirklich ein alter Hut, sogar die UBS twittert. Selbst wenn eine Online Community entstanden ist, ist das heutzutage doch nicht mehr innovativ – eher ĂĽberfällig.
bscenero
Mittwoch, 14. April 2010, 12:18 Uhr
@Innovation: dann hast du aber etwas nicht ganz verstanden. bei dem projekt ging es nicht um einfaches twittern, sondern darum, das publikum und die verschiedenen locations via hashtag miteinander zu vernetzen.





Kommentare